| Der Hirsch- ein Problemtier in der Nationalpark-Region Bayerischer Wald? |
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| Samstag, 30 Januar 2010 | |||||||
Professor Ulrich Schraml von der Universität Freiburg präsentiert im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald interessante Ergebnisse einer Studie. Gibt es noch Hoffnung auf weiteren Dialog zwischen Jägern,
Waldbesitzern und Naturschützern?
Großer Andrang: über 100 Besucher im WGM - Kritik an Nationalparkverwaltung überlagert Sachdebatte Jörg Müller moderierte die Veranstaltung Professor Ulrich Schraml betrachtete die Diskussion um das Rotwild hauptsächlich unter kommunikationstechnischen Gesichtspunkten,
Prof. Schraml Es habe sich gezeigt, daß es eigentlich gar nicht ums Rotwild, sondern um die Beziehung zwischen Nationalpark und seinem Umfeld gehe. Eine Kommunikation findet nämlich so gut wie gar nicht statt: 70 Prozent der in einer Rotwild-Akteptanzanalyse befragten Jäger und Waldbesitzer hatten noch nie Kontakt mit der Nationalparkverwaltung!
Grundlage von Schramls Aussage ist eine telefonische Befragung von 250 Jagdvorstehern und Jagdpächtern in den Landkreisen FRG und Regen. Die Ergebnisse wurden dann mit einer Umfrage aus dem Jahr 2004 verglichen - damals gab es eine schriftliche Befragung, die Rücklaufquote war aber jetzt mit rund 70 Prozent weit höher. 75 Prozent sind für die Wintergatter: „Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein Viertel für die Auflösung der Wintergatter ist, drei Viertel sind dagegen“, so Schraml. Es gibt drei Gruppierungen:
Die Gruppe der Befürworter, Anhänger der Nationalparkidee, „Natur Natur sein lassen“.. Die zwei Gruppen der Gegner: die Waldbesitzer, die Angst vor Schälschäden und Verbiss haben und die Jägerschaft, die befürchtet, dass das Rotwild, wenn es im Winter klimatisch bedingt in die tieferen Lagen wandert, zu einer Reise ohne Wiederkehr aufbricht. Vergleicht man die Ergebnisse der Umfrage von 2004 mit der aktuellen Umfrage, hat es große Verschiebungen gegeben. Die Jäger wanderten von der Gruppe der Befürworter einer Öffnung im Jahr 2004 in die Gruppe der Gegner aus der aktuellen Umfrage. Von den zirka 50 Prozent sind nur etwa 25 übrig geblieben. Markante Unterschiede gebe es laut Schraml auch zwischen Altpark und Erweiterungsgebiet, wo die Ablehnung der Öffnung viel größer ist.
Und hier liegt auch des Pudels Kern. Die ganze Diskussion ums Rotwild wird eigentlich von Konflikten des Umfelds mit dem Nationalpark überlagert. Im Erweiterungsgebiet wird der Nationalpark kritischer gesehen. Für Schraml ist das Ganze aber auch eine Art Kommunikationsproblem. Dass es auch anders gehe, zeige das Beispiel des Amtes für Landwirtschaft und Forsten, hier funktioniert die Kommunikation.
Trotz Streit gibt es aber auch Gemeinsamkeiten, die Tür sei noch nicht ganz zu, so Schraml. Bei der Bewertung der Wintergatter als artgerecht z.B. hielten sich Befürworter und Gegner die Waage. In der Diskussion zeigten der Leiter der Hochwildhegegemeinschaft , Freiherr von Poschinger und der Vorsitzende der Waldbauernvereinigung FRG, Josef Braumandl, zwar gewisses Verständnis für die Nationalparkposition, betonten aber auch, dass die Gatter aufrecht erhalten werden müssen.
Freiherr von Poschinger
der Vorsitzende der Waldbauernvereinigung FRG, Josef Braumandl Nach Freiherr von Poschinger und dem Vorsitzende der Waldbauernvereinigung FRG, Josef Braumandl gibt es keine Alternative für die Wintergatter. Um Schäden in den Wäldern zu verhindern und um die Tiere zu schützen sind diese aus ihrer Sicht unverzichtbar, denn das Wild würde außerhalb der Rotwildgebiete abgeschossen.
Das Rotwild in der Werbung Ein positives Fazit der Veranstaltung kann man ziehen: wenn die Rahmenbedingungen stimmen würden (Entschädigung der Waldbesitzer, Abschussproblematik, usw.) könnte sich eine Mehrheit frei wanderndes Rotwild vorstellen.
Und ein wichtiges Signal des Freiburger Professors::
Gibt es daher Hoffnung, daß der Dialog zwischen Jägern,
Waldbesitzern und Naturschützern wieder in Gang kommt?
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